Karl-Heinz
Ruch
Genossenschaft

Foto: Anja Weber

MITBEGRÜNDER, EHEMALIGER TAZ-GESCHÄFTSFÜHRER

Keiner ist länger bei der taz als er. Wie auch? 1977 gehörte Karl-Heinz Ruch, damals 23 Jahre alt und Student der Volkswirtschaftslehre, zu den Ersten, die sich für die Gründung einer „linken alternativen tageszeitung“ stark machten. Dass er sich freiwillig um die leidigen Geldangelegenheiten kümmern wollte, rechnete ihm das taz-Plenum hoch an.

„Beschließt nur, das kann sowieso keiner bezahlen“, soll Kalle Ruch so manche Entscheidung der Basisdemokraten lakonisch kommentiert haben. Insgeheim war allen klar: Ohne Kalle geht nix. Und gegen ihn erst recht nicht.

Ohne das spartanische und zugleich visioäre Wirtschaften ihres wortkargen Geschäftsführers wäre die taz nach drei Monaten pleite gewesen. Die Idee, sich Ende der achtziger Jahre ein eigenes Verlagshaus zu kaufen, ging auf sein Konto. Die Genossenschaft wäre ohne ihn niemals gegründet worden. Als er 2013 mit der Idee ankam, in der Friedrichstraße ein neues taz-Haus zu bauen, wurde das zum größten Projekt der taz-Geschichte.

Und zum bis dato schnellsten Erfolg der Genossenschaft: Binnen wenigen Wochen kamen die benötigten 6 Millionen Euro zusammen. Und was macht Kalle Ruch? Mit stoischer Ruhe sitzt er bis heute da, wo er 1979 seine eigene taz-Karriere erfand: auf einem schlichten, aber eben auch unverwüstlichen Holzstuhl.