Konny
Gellenbeck
Genossenschaft

Foto: Anja Weber

FUNDRAISERIN, BOSS DER GENOSSINNEN, STIFTUNGSVORSTAND

Es war ihr persönliches Briefgeheimnis. Jahrelang unterschrieb Konny Gellenbeck ihre Geschäftspost nur mit einem diskreten „K. Gellenbeck“. Das war die Zeit, als sie Verwalterin der „Knast­-Abos“ war. Sie wollte nicht zu persönlich werden. Heute schreibt sie immer noch Briefe. Nun mit vollem Namen, oft einem einzelnen Mitglied – und immer ganz persönlich.

Denn Konny Gellenbeck ist der Boss der GenossInnen. Ohne Ledersessel und Zigarre, dafür mit unermüdlichem Einsatz, großem Charme und seit Jahrzehnten anhaltendem Erfolg. Ob Marathonfonds, Panter Workshop oder taz gazete – um jedes einzelne Projekt kümmert sie sich so intensiv wie um jeden einzelnen der mittlerweile über 20.000 GenossInnen.

„Projektleitung“ steht nüchtern auf ihrer Visitenkarte. Das Projekt, für das sie brennt, ist nicht weniger als die Unabhängigkeit der taz insgesamt. Mehr als eine Million Euro Spenden und Genossenschaftseinlagen fließen dank ihrer Abteilung jährlich in die taz.

Mit einer überzeugenden Mail an ihre Mitglieder kann sie aus einer guten Idee ein finanziertes Vorhaben werden lassen. Aber sie ist nicht nur die Meisterin der Geldbeschaffung. Eine der besten Ideen während der Kampagne zur Freilassung des Journalisten Deniz Yücel stammte von ihr: die Briefmarke mit seinem Konterfei und dem Spruch „Frei machen“. Briefe sind halt ihr Ding.