Nicola
Schwarzmaier
Genossenschaft

Foto: Anja Weber

ABTEILUNGSLEITUNG DIGITALE TRANSFORMATION, TAZ-HUNDEBESITZERIN, SOCIAL-MEDIA-EXPERTIN

Rät man ihr, die 50 offenen Tabs zu schließen, damit ihr Computer wieder läuft, antwortet sie: „Solche Ratschläge brauche ich nicht. Ich brauche mehr Arbeitsspeicher.“ Das Wort Multitasking wurde für Leute wie Nicola Schwarzmaier erfunden. „Ich kann nichts wirklich gut. Dafür alles gleichzeitig“, sagt sie. Dass sich die gelernte Kulturjournalistin so klein macht, hat neben ihrer Bescheidenheit sicher auch mit ihrem sehr kleinen Hund zu tun, zu dem sie sich ständig runterbeugt.

Ansonsten wird alles, was sie anpackt, ziemlich groß: Unter ihrer Leitung wurde die Abteilung Digitale Transforma­tion auf­ und ausgebaut und kümmert sich mit einem inzwischen zehnköpfigem Team um die Vermarktung der taz im Internet. Von der freiwilligen Bezahlkampagne taz­ zahl ich bis zum tazpressomobil – „das taz­-Universum ist ein analoger Gemischtwarenladen und wir verleihen ihm ein digitales Gütesiegel“.

Es geht um Vertrauen in die Marke: im veganen Würstchen der taz ist kein Tier und die Stufenzahl in der Mali­ Reportage stimmt. „Nischenprodukt“ findet die Frau, die für Sat1, RTL und WDR gearbeitet hat, kein Schimpfwort. „Wir können ruhig in der Nische bleiben. Wir müssen da nur dicker werden“, sagt sie. „Ich kann nur Fernsehen und Internet“, sagt sie noch. Stimmt natürlich auch nicht. Kürzlich hat sie einen Essay über das Aufräumen geschrieben, in 47 Minuten. Das macht so schnell kaum eine Redakteur*in.