Ulrike
Herrmann
Redaktion

Foto: Anja Weber

RECHENKÜNSTLERIN, SCHMIDT-KENNERIN, WIRTSCHAFTSJOURNALISTIN

Auch sie musste das Rechnen erstmal lernen. Es war Loki Schmidt, die Ehefrau von Exbundeskanzler Helmut Schmidt, die der kleinen Ulrike die ersten Matheaufgaben am Gartenzaun stellte. Die Schmidts und die Herrmanns wohnten im hamburgischen Langenhorn, wo die heutige Wirtschaftsjournalistin 1964 geboren und aufgewachsen ist.

Nachdem sie eine Banklehre, die Henri­-Nannen-­Journalistenschule und ein Geschichts­ und Philosophiestudium absolviert hatte, machte Ulrike Herrmann einen kurzen Ausflug in die Politik, als Pressesprecherin der grünen Vizebürgermeisterin Krista Sager.

Im Jahr 2000 wurde sie dann von ihrer eigenen Firma angestellt: Seit 1997 ist Ulrike Herrmann taz-­Genossin. „Die taz ist die einzige deutsche Tageszeitung, die ihren LeserInnen gehört und in der die Wirtschaftsberichterstattung unabhängig von den Kapitalinteressen der Verleger ist“, sagt sie, die auch in ihrer Funktion als taz­-Vorstand dafür gesorgt hat, dass das so bleibt. Wenn Helmut Schmidts Staatsgäste in Langenhorn vorfuhren, versuchte die kleine Ulrike am Straßenrand die TV-­Kameras auf sich aufmerksam zu machen. Das gelang ihr nicht.

Heute wird sie derart oft zu Vorträgen und auf Podien geladen, dass sie ihre Redakteursstelle reduzieren musste. Und sie ist deswegen so gefragt, weil man ihr glauben muss. Von Deflation bis Zinskurs – Ulrike Herrmanns Prognosen treffen fast immer zu. Fast immer: „Niemals hätte ich vorhergesagt, dass die FDP 2013 aus dem Bundestag fliegt.“